Die Geschichte der Jugendfeuerwehr Büchen

 

Am 10. August 1975 informierte sich der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Büchen über die Bedingungen zur Gründung einer Jugendfeuerwehr. Dabei ging es unter anderem um die Finanzierung, die Ausrüstung und die Unterrichtsformen. Zur Gründung mussten mindestens 12 Jugendliche im Alter von 12 – 18 Jahren bereit sein, in die Jugendfeuerwehr einzutreten. Am 3. Januar war es dann endlich soweit, die Jugendfeuerwehr Büchen wurde auf der Jahreshauptversammlung der Aktiven Wehr gegründet. Als Jugendwart hatte sich Uve Dreessen bereit erklärt den Dienst zu leiten.

Am 21. Januar 1976 traten 20 Jugendliche der Feuerwehr bei.

Es waren: Peter Ludwigsen, Carsten Ludwigsen, Michael Piper, Adil Avkan, Volker Richter, Helmut Scheither, Ralf Debus, Rüdiger Muss, Thomas Beuss, Günther Scheither, Rainer Dahlmann, Matthias Dudda, Torsten Bielicke, Holger Wachholz, Ulf Dreessen, Helmut Brockmöller und Günter Kositza. Noch heute (2006) sind 4 Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr in der Aktiven Wehr aktiv und mit Spaß dabei.

Im August wählen die Jugendfeuerwehrkameraden das erste mal einen Jugendausschuss, welcher als Bindeglied zwischen Jugendwart und den Jugendlichen dienen soll. Eckardt Carrie wurde als Jugendgruppenleiter, Matthias Dudda als Schriftführer und Helmut Brockmöller als Kassenwart gewählt. Im Sommer fuhr die Jugendfeuerwehr in das Zeltlager nach Lütjensee, half dem Modellbauclub Büchen bei den Modellflugtagen auf dem “Kamp“ und der Aktiven Wehr beim Geschicklichkeitsfahren im BGS Gelände. Ab Dezember erhielt die Jugendfeuerwehr in der Turnhalle Büchen eine feste Trainingszeit, die sie sich anfangs noch mir der Aktiven Wehr teilte. Ende des 1. Jahres hatte die Jugendfeuerwehr 22 Mitglieder. 1977, im 3 Tage Zeltlager in Elmenhorst, nahm die Jugendfeuerwehr das erste mal an der Leistungsspange teil. Eine Schnelligkeitsübung ( 8 Schläuche hintereinander auf Zeit ausrollen ), Kugelstoßen, einen Staffellauf von 1500m , ein Löschangriff und beantworten von Fragen aus dem Bereich der Feuerwehrtechnik und der Politik. Die gesamten Übungen werden mit einer Gruppe ( 9 Mann ) absolviert. Nach dem erwerben der Leistungsspange sind die Jugendfeuerwehrkameraden berechtigt, die Einsätzen der Aktiven diese zu unterstützen. Die Parkplatzeinweisungen bei den Büchener Modellflugtagen durch die Jugendfeurwehr brachte Geld in die finanzschwache Kasse. Beim Weihnachtsbasar in der Sporthalle nahm die Jugendfeuerwehr das erste mal teil. Im Laufe der Jahre wurde die Winterarbeit verfeinert und perfektioniert. Die Büchener Bürger können sich den Weihnachtsmarkt ohne “Uns“ gar nicht mehr vorstellen. 1978 und 1979 ähnelten sich unsere Aktivitäten. Beim Bundeswettkampf in Aumühle, im Rahmen eines 3 Tage Zeltlagers, erreichte die Jugendfeuerwehr Büchen den 3. Platz. 1980 feierte die Gemeinde Büchen ihr 750 jähriges Bestehen und unsere Feuerwehr wurde 90 Jahre alt. Auf Kreisebene belegten wir beim Bundeswettkampf den 2. Platz und durften das erste Mal auf Landesebene starten, dort sprang ein 12. Platz für uns heraus. Durch die Windverhältnisse in List auf Sylt war kein besserer Platz für uns drin. Aus unseren 3 Tage Zeltlagern wurden 10 Tage Zeltlager wo wir uns komplett selbst verpflegt haben. 1981 wurde das erste Sommer Kreiszeltlager in Dohrenbach ( Hessen ) durchgeführt. Nach 1982 in Steinbeck fand alle 2 Jahre ein Kreiszeltlager statt. In den dazwischenliegenden Jahren fahren wir in ein eigenes Zeltlager. 1982 verdienten wir uns das erste mal ein paar Mark bei der Parkplatzeinweisung in Dodge City ( Fitzen ). Seitdem sind wir jedes Jahr im Mai und im September beim Pferdemarkt. 1983 übernahm Friedrich – Wilhelm Hobein die Arbeit der Jugendfeuerwehr. 1983-84-85 schafften wir den Hattrick. 3 mal in Folge wurden wir 3 beim Bundeswettkampf auf Kreisebene. Natürlich kann man sich vorstellen, dass wir stolz wie “Oskar“ waren. 1984 hatte das Betteln endlich ein Ende!!! Wir schafften uns eigene Schlafzelte an! Dazu natürlich auch Tische und Bänke, denn von irgend etwas muss man ja essen. Am Jubiläum der Feuerwehr Kiel, wo ein 3 Tage Zeltlager stattfand, nahmen wir teil. Trotz des miserablen Wetters hatten wir eine Menge Spaß. Beim Spiel ohne Grenzen erreichte wir den 2. Platz. Beim ersten Vollyballtunier des Landes Schleswig – Holstein starteten wir mit einer Mannschaft. Wir waren am ersten Abend so von dem Zauberer und dem Bauchredner verzaubert, das wir doch glatt letzter wurden. Doch die lustigsten waren wir. 1:0 für Büchen. Hurra, 1986 feierten wir unseren 10 jähriges Bestehen, bei einer internen Feier in Ohlrogges Gasthof, wo eine Kegelpartie mit anschließendem Essen stattfand. Für ein Dorf mit 5000 Einwohnern, wo es noch genügend andere Vereine und Jugend Organisationen gibt, eine reife Leistung. 1986 schafften wir es endlich. Wir belegten auf Kreisebene den 1. Platz beim Bundeswettkampf! Und wieder ging es nach List zum Landesentscheid. Dort wurden wir mit 5 Punkten Differenz zum 3. Platz fünfter. Im Sommer 1985 lernten wir in einem gemeinsamen Zeltlager mir der Jugendfeuerwehr Basedow eine JF aus der Nähe von Braunschweig kennen, die wir im Juni 1986 besuchten. Bei der berühmten Fernsehsendung “ Wetten Dass“ ( lustiger Abend in Königslutter ) reichten wir eine Wette ein. Sie lautete: Wetten dass, sie es nicht schaffen, 2 gebürtige Hannoveraner auf einen Hannoveraner sitzend, gekleidet im Nachthemd und mit Nachtmütze, in die Abendvorstellung zu bekommen. Leider verloren wir die Wette und mussten die letzte Nachtwache übernehmen. Zum 2. Mal wurden wir erster beim Bundeswettkampf im Kreis. 1988 besuchten wir in Hannover die Feuerwehrmesse “Interschutz“. Es war schon ganz schön interessant zu sehen, wie überall auf der Welt gelöscht wird und was für Fahrzeuge es so gibt. Auch in diesem Jahr wurden wir erster beim Bundeswettkampf. Aber unsere Platzierungen auf Landesebene waren nicht so toll. Oft fehlte halt das Quäntchen Glück. 1989 belegten wir den 3. Platz, 1990 den 2. Platz, 1991 und 1992 erneut den 2. Platz auf Kreisensebene. So gingen die Jahre ins Land und mittlerweile haben wir auch Mädchen in unseren Reihen, was natürlich auch so einige Probleme mit sich bringt. Also mussten wir noch ein weiteres Zelt kaufen.

Natürlich nahmen wir auch an den Aktivitäten auf Kreisebene teil, genauso wie an den Veranstaltungen die im Amt stattfanden. Erstaunt haben einige Aktive Kameraden geschaut, als die Ausbildungsfahrt des Amtes das erste mal ausgetragen wurde. Da hat die Jugendfeuerwehr einen wirklich beeindruckenden 4. Platz belegt. Beim Umwelttag in Büchen, beim Maibaumaufstellen, beim Pferdemarkt in Fitzen, bei den Modellflugtagen ( selbst als diese nach Neustadt Glewe umgezogen waren ) und bei so manchen Feuerwehrveranstaltungen im Amt Büchen. 1993,94 und 95 wurden wir jeweils 3. beim Bundeswettkampf. Da die Jugendfeuerwehr Dassendorf die ersten beiden Plätze belegt hatte, aber auf Landesebene nur mit einer Mannschaft starten durfte, konnten wir auf den fahrenden Zug aufspringen. 1994 siegten wir hauchdünn vor Dassendorf auf Landesebene und durften 1995 den Landesausscheid ausrichten und im September am Bundesentscheid in Waldkraiburg (Bayern) teilnehmen. Mit einem 7. Platz war das schon fast wie ein Sieg. Solch eine Platzierung hatte sich keiner von uns träumen lassen. Wir haben also das Land Schleswig – Holstein, den Kreis Herzogtum Lauenburg und natürlich unsere Gemeinde Büchen super vertreten. Im Januar 1996 bildete sich um den neuen Jugendwart Frank Blankenstein ein 7 köpfiges Ausbilderteam ( wovon 2 Kameraden aus beruflichen Gründen aufhören mussten ) welches die Arbeit bei der Jugendfeuerwehr leitet und gestaltet. Am 17 Februar 1996 fand ein “Ehemaligen Treffen“ statt. Zu diesem Treffen wurden alle ehemaligen Jf’ler eingeladen, die bis zum 18. Lebensjahr ihren Dienst in der Jugendfeuerwehr geleistet haben. In diesem Rahmen wurden Dias von den letzten 20 Jahren geschaut. Man kann sich kaum vorstellen welch einen Spaß wir dabei hatten. Am 27 April fand dann die große Feier statt. Hierzu hatten wir alle Jugendfeuerwehren des Kreises eingeladen.

In den nächsten Jahren war unser Terminplan gut gefüllt und es kamen immer neue Aufgaben auf uns zu. Nach der Eröffnung des Jugendzentrums wurde auch in Büchen eine Ferienpass Eröffnungsveranstaltung abgehalten, wobei die Jugendfeuerwehr natürlich nicht fehlen darf. 1997 kam es wohl zu einem waren Zeltlagerhighlight! Wir wurden von unser Partnergemeinde in Liperi ( Finnland ) eingeladen. Also packten wir unser DAFomobil und fuhren mit der Finnjet nach Helsinki. Leider mussten wir dort einen kleinen außerplanmäßigen Zwischenstop einlegen. Da in Helsinki viel gebaut wurde und der Bahnhof 4 “ Haupteingänge“ hat, verpassten wir knapp die Bahn nach Liperi. Das hat aber auch nichts gemacht, schnell wurde ein Besuch bei der Helsinkier Berufsfeuerwehr eingelegt. So wurde das Warten dann doch noch versüßt und nach dem Besuch der Wache, wo wir sehr herzlich aufgenommen wurden, ging es dann wieder zurück zum Bahnhof. Als wir dann mit ca. 10 stündiger Verspätung in Liperi angekommen waren, fielen einigen unser Kinder beim Empfang der Gemeinde Liperi durch den Bürgermeister, doch glatt die Augen zu. Das ist nach so einer Anfahrt auch kein Wunder gewesen, aber die 10 Tagen haben uns das alles schnell vergessen lassen. Wir erlebten 10 traumhafte Tage in Finnland und wurden fürstlich Ver- und Umsorgt. Nur mit den Mücken konnten wir uns in dieser Zeit nicht anfreunden! Ende 1997 wurden wir, nach 1996 wo wir uns das Geld für die Finnlandreise verdient haben, wieder zum Weihnachtsmarkt in Wotersen eingeladen. 1998 haben wir im Rahmen unser Winterbastelei noch zusätzlich 400 Kleinteile für die Altenweihnachtsfeier der Gemeinde Büchen angefertigt. Auch wenn es „nur“ Kleinteile waren, hat uns dieser Auftrag eine ganze Weile in Trab gehalten! Ansonsten hatten wir auch das ganze Jahr über immer eine Menge Termine, die zum Teil ganz schön anstrengend waren, aber uns immer viel Spaß gemacht haben. So ist es für uns selbstverständlich, das wir bei Veranstaltungen des Kreisfeuerwehrverbandes wie der Bundeswettbewerb oder auch das Handballturnier präsent sind. Bei Aktivitäten der Gemeinde Büchen und unser Aktiven Wehr unterstützend mitwirken und auch so eine Menge mit unseren Jugendlichen unternehmen, wie zum Beispiel der Besuch der Dschungelnächte in Hagenbeks Tierpark oder ein Tagesausflug in den Heide Park nach Soltau.

Nach langer Durststrecke konnten wir 2003, aufgrund der Tatsache das der 3. Platzierte des Kreises in Schleswig-Holstein auch an den Landesausscheidungen teilnehmen darf, mal wieder zum Landesentscheid im Bundeswettbewerb. Hier belegten wir, mit nur 7 Punkten Rückstand auf den 2. Platzierten einen beachtlichen 4. Platz. Im darauffolgenden Jahr wurden wir Kreissieger (vor Dassendorf und Schwarzenbek) und Vize-Landessieger (Hinter Dassendorf)! So konnten wir 2005 zum 2. Mal unser Land, den Kreis Herzogtum-Lauenburg und unsere Heimatgemeinde beim Bundesentscheid in Arnsberg im Sauerland vertreten.

Vorher stand aber erst einmal der Kreisentscheid an, wo wir nicht so "glücklich" abgeschnitten haben. Wir wollen aber nicht als schlechte Verlierer dastehen und daher den Kreisentscheid auch nicht weiter kommentieren.

Zwei Wochen später haben wir den Landesentscheid ausgerichtet, jedoch aufgrund der Platzierung auf Kreisebene, waren wir nicht startberechtigt. Nach dem Zeltlager und den Sommerferien fing dann das Training für Arnsberg an. Mit einer sehr guten Mannschaft und einigen Schlachtenbummlern fuhren wir so Anfang September nach Arnsberg im Sauerland. Dort verlebten wir 3 ereignisreiche Tage, Tage die wohl keiner so schnell vergessen wird und die Jungs haben sich sehr gut dargestellt und einen tollen 18. Platz belegt.

Anfang 2006 wurden nach etwas längerer Zeit wieder einmal JF´ler in die aktive Wehr übergeben und ein Generationswechsel vollzog sich.